Nr. 88 // 13.07.2026

Teilgenommene Chöche: 0

Abigchef:

Lenz

Fotos vom Menü

Das Menü:

Juli-Chochete – Gut bürgerlich mit viel Herz

Nach den vielen unterschiedlichen Menüs der letzten Monate besann sich unser Abigchef Lenz an der Juli-Chochete auf das Motto „Gut Bürgerlich“.

Bei hochsommerlichen Temperaturen trafen sich die Obersee Chöche im BBZ Pfäffikon. Draussen herrschte perfektes Sommerwetter – in der Küche war es allerdings nochmals ein paar Grad wärmer. Das hielt aber niemanden davon ab, konzentriert, speditiv und mit viel Freude zu kochen. Auch wenn die Temperaturen den einen oder anderen ins Schwitzen brachten, blieb die Stimmung während des ganzen Abends ausgezeichnet.

Zum Auftakt wurde ein frischer Spinatsalat mit knusprigen Speckwürfeli und fein gehobeltem Parmesan serviert. Bereits nach den ersten Bissen war klar, dass Lenz mit seiner Menüwahl ins Schwarze getroffen hatte. Für besondere Begeisterung sorgte die hervorragend abgestimmte Salatsauce, die dem Salat eine perfekte Balance zwischen Frische und Würze verlieh. Nicht wenige waren sich einig: Diese Salatsauce war schlicht sensationell.

Beim Hauptgang schlug das Herz aller Liebhaber der klassischen Schweizer Küche höher. Zartes Kalbsgeschnetzeltes an einer aromatischen Jägersauce, dazu klassisch glacierte Rüebli mit Zwiebeln und eine Rösti aus rohen Kartoffeln – mehr gutbürgerliche Küche geht kaum.

Kalbsgeschnetzeltes gehört seit Generationen zu den beliebtesten Gerichten der Schweizer Küche. Lenz entschied sich dabei nicht für die klassische Zürcher Rahmsauce, sondern für eine kräftige Jägersauce. Sie wurde aus einer grossen Menge frischer Champignons, Zwiebeln, Knoblauch, Gemüsefond, Rahm und Tomatenmark zubereitet. Die Pilze verliehen der Sauce ihren herzhaften Charakter, während Rahm und Gemüsefond für eine wunderbar cremige Konsistenz sorgten. Das Ergebnis war eine aromatische Sauce, die hervorragend mit dem zarten Kalbfleisch harmonierte.

Besonders interessant war auch die Zubereitung der Rösti. Während vielerorts Rösti aus gekochten „Gschwellti“ zubereitet wird, setzte Lenz bewusst auf die ursprüngliche Variante mit rohen Kartoffeln. Diese verlangt etwas mehr Fingerspitzengefühl, belohnt dafür aber mit einer besonders knusprigen Kruste und einem kräftigen Kartoffelaroma.

Rösti aus gekochten Kartoffeln werden meist feiner und weicher, während die Variante aus rohen Kartoffeln rustikaler daherkommt und mehr Biss besitzt. Zusammen mit den leicht süsslichen, glasierten Rüebli entstand so ein harmonischer Hauptgang, der eindrucksvoll zeigte, weshalb diese Klassiker seit Generationen ihren festen Platz in der Schweizer Küche haben.

Für den grössten Lacher des Abends sorgte allerdings Bruno. Er behauptete steif und fest, seine Rösti sei besonders gut gelungen, und liess sich auch durch kritische Blicke seiner Kochkollegen nicht von dieser Meinung abbringen.

Beim Probieren zeigte sich allerdings, dass das Innenleben der Rösti den Kontakt mit der Bratpfanne gerne noch etwas länger genossen hätte. Das hielt Bruno jedoch nicht davon ab, seine Rösti weiterhin zu verteidigen – sehr zur Freude der übrigen Chöche, die ihm den liebevollen Spott natürlich nicht schuldig blieben. Genau solche kleinen Episoden machen eine Chochete aus und sorgen oft für die schönsten Erinnerungen.

Den süssen Abschluss bildete eine Zitronenquarkcreme, ein Dessert mit Wurzeln in der traditionellen Schweizer und süddeutschen Küche. Die luftige Creme vereint die angenehme Frische der Zitrone mit der feinen Milde des Quarks und gilt seit jeher als beliebter Klassiker an warmen Sommertagen. Nach dem herzhaften Hauptgang war sie genau die richtige Wahl: leicht, erfrischend und dennoch herrlich cremig. Ein Dessert, das einmal mehr bewies, dass die einfachsten Rezepte oft die grösste Wirkung erzielen.

Der feine Rotwein, der Lagrein Riserva Furggl vom Weingut Peter Zemmer, wurde an dieser Chochete von Sepp gesponsert. Vielen Dank für diese schöne Geste, Sepp! Der Wein war natürlich ein absoluter Hit und passte grossartig zum Hauptgang.

Ein herzliches Dankeschön geht an Lenz für die ausgezeichnete Organisation und das stimmige Menü. Die Juli-Chochete hat einmal mehr bewiesen, dass gutbürgerliche Küche keineswegs altmodisch ist. Mit guten Zutaten, sauberem Handwerk und einer grossen Portion Kameradschaft entstehen Gerichte, die einfach Freude machen – auch wenn eine Rösti manchmal lieber noch zwei Minuten länger in der Pfanne geblieben wäre.

Quicklinks

Waltis Fotos der Chochete (21)

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