Nr. 82 // 12.01.2026

Teilgenommene Chöche: 0

Abigchef:

Bruno

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Das Kochexperiment mit Bruno

Unser Bruno ist in der Küche wirklich eine Persönlichkeit für sich. Er bewegt sich mit erstaunlicher Leichtigkeit zwischen beinahe militärischer Disziplin und charmantem Küchenchaos. Manchmal wirkt alles bei ihm bis ins Detail geplant und strukturiert, im nächsten Moment improvisiert er mit einer Selbstverständlichkeit, die einen nur staunen lässt.

Doch genau diese Mischung macht ihn aus. Hinter aller Lockerheit steckt bei Bruno ein feines Gespür für Qualität und Präzision. Wenn ihm ein Gericht am Herzen liegt, dann gibt es für ihn keine halben Sachen. Dann arbeitet er konzentriert, sauber und mit vollem Fokus – mit echtem Ehrgeiz und 100 % Einsatz.

Genau so war es auch an der Januar-Chochete, als Bruno wieder den Abendchef spielte – Verzeihung, natürlich den Oberst Major. Haltung stramm, Kochlöffel gezückt, Blick mit leichtem Feldherren-Glanz.

Für diesen Abend hatte er sich nämlich etwas Besonderes ausgedacht. Ein kulinarisches Experiment. Die Rezepte für alle Gänge hatte er zwar pflichtbewusst mitgebracht – doch lesen? Fehlanzeige. Gekocht wurde ohne Netz und doppelten Boden. Aus dem Handgelenk. Aus dem Bauch heraus. Oder aus dem kollektiven Gedächtnis der Kochrunde.

Als wäre das nicht genug, teilte er die anwesenden Chöche auch noch in zwei Gruppen ein. Ziel der Mission: Am Ende sollten jeweils zwei identische Gerichte nebeneinanderstehen – zum direkten Vergleich. Bruno wollte wissen: Was passiert, wenn man denselben Auftrag zwei Teams gibt, aber den Faktor Mensch wirken lässt?

Im Prinzip führte er also eine Feldstudie über den menschlichen Faktor in der Küche durch. Man munkelt ja, er arbeite heimlich an seiner Doktorarbeit an der ETH Zürich und habe dringend noch ein paar motivierte Versuchskaninchen gebraucht.

Wir wissen zwar nicht, ob Bruno tatsächlich an einer bahnbrechenden Studie arbeitet – aber eines ist sicher: Die Motivation der Kochgruppen schoss augenblicklich auf Stufe 10. Plötzlich wurde abgeschmeckt wie bei „MasterChef“, diskutiert wie im Forschungslabor und angerichtet wie im Sterne-Restaurant.

Als Vorspeise stand eine cremige Fischsuppe auf dem Programm. Verfeinert mit leicht angebratenem Fischfilet, wunderbar zart und aromatisch – ein Auftakt, der sich sehen und schmecken lassen konnte.

Und dann kam der Moment der Wahrheit: der Direktvergleich. Zwei Suppen. Gleiches Rezept. Gleiche Ausgangslage. Und doch – so berichten glaubwürdige Zeugen – mit feinen, aber bemerkbaren Unterschieden im Geschmack. Eben. Der Faktor Mensch. Oder wie Bruno vermutlich sagen würde: „Das liegt innerhalb der kulinarischen Toleranzgrenze.“

Als Hauptgang wurde dann gross aufgefahren: zarte Kalbsmedaillons in Bratbutter gebraten – aussen schön angezogen, innen herrlich rosa. Obendrauf ein grosszügiger Löffel selbstgemachte Kräuterbutter, die langsam schmolz und ihr Aroma über das Fleisch legte. Begleitet wurde das Ganze von klassischen Erbsen und Karotten – farblich wie geschmacklich ein vertrautes Duo.

Und natürlich durfte auch hier das Experiment nicht fehlen: Die eine Gruppe servierte das Kalb mit knusprigem Kartoffelheu, luftig aufgetürmt wie ein kleines goldbraunes Nest. Die andere setzte auf cremigen Kartoffelstock, samtig und bodenständig.

Zweimal dasselbe Gericht – und doch zwei völlig unterschiedliche Charaktere auf dem Teller. Genau so, wie es der Oberst Major vermutlich geplant hatte.

Und als krönenden Schluss ordnete Bruno noch einen Affogato al Caffè an. Eine cremige Kugel Vanilleglace und darüber frisch gebrühter, heisser Espresso – ein Dessert mit italienischer Eleganz und Präzision.

Dieses Dessert war dann vergleichsweise unkompliziert. Die Vanilleglace war strategisch klug eingekauft – man muss ja nicht jedes Gefecht selbst schlagen. Und der Espresso? Nun ja … sagen wir so: In der Küche stand eine Maschine, bei deren Anblick man unweigerlich an einen gewissen Herrn George Clooney denken musste. „What else?“

So endete der Abend nicht mit Trommelwirbel, sondern mit dem perfekten Zusammenspiel von heiss und kalt, süss und bitter – und zufriedenen Gesichtern in der Chuchi.

Vielen Dank Bruno, dass wir für Dich die Versuchskaninchen spielen durften. Auf eines kann man sich bei Dir immer verlassen: Was Dir wirklich wichtig ist, bringst Du auf den Punkt. Und genau deshalb bist Du für unseren Kochclub nicht nur ein Kollege, sondern eine echte Bereicherung – menschlich wie kulinarisch.

Quicklinks

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